Lena Johannson, Das Marzipanmädchen

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Der Roman spielt im Jahr 1870 in Lübeck. Nach dem unerwarteten Tod ihres Bruders muss die junge Marie Kröger das väterliche Geschäft, eine Süßbäckerei übernehmen. Damit ist ihr großer Traum, eine Ballerina zu werden, geplatzt. Auf ausdrücklichen Wunsch ihres kranken Vaters überlässt sie erst einmal die Leitung dem Geschäftsführer Achim Oeverbeck. Bald muss Marie feststellen, dass die Qualität des „Krögerschen Marzipans“, was einst die Stärke des Unternehmens war, durch den neuen Geschäftsführer nachlässt. Nun erkennt Marie ihre eigentliche Aufgabe und setzt sich an die Spitze des Unternehmens. Um die Aufträge für das Marzipangeschäft zu sichern, reist Marie trotz aller Widerstände nach St. Petersburg an den Zarenhof, denn der Zar liebt das köstliche Marzipan. Auf der Fahrt nach Russland interessieren sich zwei Männer für Marie: der Weinhändler Thomas Hausen und der Sohn eines Fischkonservenfabrikanten. Beide Männer machen Marie den Hof, wobei Thomas eine rätselhafte Distanz wahrt. Auch Achim Oeverbeck möchte seine Chefin plötzlich heiraten, als sie ihm nach einem Eklat alle Befugnisse entzieht. Doch Marie, die eher dem freiheitsliebenden Thomas zugetan ist, winkt ab, da sie in dem väterlichen Betrieb ihre Lebensaufgabe sieht. Auch in schweren Zeiten möchte sie keinen ihrer Mitarbeiter entlassen und in eine soziale Not stürzen. Außerdem sieht sie eine wichtige Aufgabe darin, die Zustände in den Elendsquartieren von Lübeck zu verbessern.

Dieser Roman ist nicht nur ein schöner Schmöker, sondern vermittelt uns ein lebendiges Bild über die wirtschaftliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts.

Lena Johannson
Das Marzipanmädchen
Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-52025-3
443 Seiten
EUR 9,99