Barbara Petermann
Emmy und die Tänzerin

PetermannEmmy ist an Demenz erkrank und lebt in einem offenen Altenheim. Sie ist gefangen in ihrer eigenen Welt, weit weg von ihrer Familie, die ihr fremd geworden ist. Ihre Gedanken und Gefühle sind hinter einer Nebelwand versteckt und dringen nur langsam nach draußen, deswegen sind ihre Handlungen auch so unberechenbar. Auch ihre Familie muss diese für sie neue Situation verkraften und lernen, damit umzugehen. Das geschieht je nach Mensch auf ganz unterschiedliche Weise.

Die Kapitel in dem Roman sind kurz gehalten, wodurch wir als Leser einen lebhaften Anteil am Geschehen haben. Wir erleben Bruchstücke aus Emmys Vergangenheit, als sie mehr oder weniger Teil einer glücklichen Familie war. Und dann Emmy in ihrem heutigen Zustand, wo

auf den ersten Blick alles in Ordnung ist, aber durch ihre Krankheit ihre Handlungen nicht mehr berechenbar sind. So versucht sie zum Beispiel ihre bereits erwachsenen Töchter von der Schule abzuholen, weil sie einfach vergessen hat, dass sie ja keine Kinder mehr sind.

Die Autorin Barbara Petermann hat eine starke emotionale Bindung zu dem Thema Demenz. Ihr Roman zeigt sehr viel Sensibilität, Feingefühl und Engagement, ohne die schwierige Situation der Angehörigen aus den Augen zu lassen.

Ein Schlusssatz aus dem Text sagt viel über das Buch aus: „Es gibt ein wahrhaftiges Verstehen jenseits des Verstehens.“

Ein sehr wichtiges Buch.

Barbara Petermann
Emmy und die Tänzerin
ISBN: 978-3-944124-77-3
mainbook Verlag, 132 Seiten
10,70 EUR

 

 


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