Martin Suter
Montechristo

SuterIn seinem neuen Buch „Montechristo“ beschreibt der schweizer Autor Martin Suter, dieses düstere Szenario: Jonas Brand ist ein junger, mäßig erfolgreicher Videojournalist. Sein Traum ist es, irgendwann einmal richtig gute Filme zu machen. Schon jahrelang reift in ihm sein Projekt mit dem Namen „Montechristo“, das er selbst für genial hält. Seiner neuen Freundin Martina Ruiz erzählt er von seiner Filmidee, ohne zu ahnen, dass sich sein Leben bald komplett verändern wird und er Ähnlichkeit mit der Hauptfigur seines Filmprojekts annehmen wird.

Als Berichterstatter ist er für eine Zeitschrift nach Basel unterwegs, als plötzlich der Zug auf offener Strecke anhält. Es scheint ein junger Mann aus dem Zug gestürzt zu sein und dabei sein Leben verloren zu haben. Jonas hält geistesgegenwärtig die Szenen mit der Videokamera fest. Nach seiner Rückkehr nach Zürich vergisst Jonas diesen Vorfall, das Video behält er jedoch in seiner Wohnung.
Drei Monate später fallen ihm zwei Hundertfrankenscheine mit identischer Seriennummer in die Hände. Die Bank bestätigt die Echtheit des Geldes. Jonas erinnert sich an den Vorfall im Zug nach Basel und glaubt, dass beides in einem Zusammenhang steht. Zumal auch noch seine Wohnung durchwühlt und er selbst beraubt und zusammengeschlagen wird.
Nach und nach stellt sich heraus, dass Paolo, das Todesopfer aus dem Zug, ein Banker war, der risikoreiche Investments tätigte und sich verspekulierte. Will hier jemand Spuren beseitigen und Ungereimtheiten aus der Welt schaffen, sowie gewisse Persönlichkeiten schützen? Immer weiter gerät Jonas Brand in einen Strudel politischer Intrigen.

Martin Suter zeigt den Leser die menschlichen Abgründe der Banker, Börsenhändler, Spekulanten, Journalisten und Politiker auf. Man kann nach dem Erlebnissen der Finanzkrise nicht sagen, dass der Stoff des Romans realitätsfremd ist. Das Gegenteil ist der Fall.

Martin Suter
Montechristo
ISBN: 978-3-257-06920-4
Diogenes Verlag, 320 Seiten
23,90 EUR

 

 


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