Martin Suter, Elefant

Suter

Dr. Roux, ein geldgieriger und skrupelloser Tierarzt, arbeitet schon seit vielen Jahren in einem super-cleanen Labor in der Schweiz an einem solchen Modell. Sein Geldgeber und stiller Teilhaber ist ein Unternehmen in China, das weder Kosten noch illegale Mühen scheut. Als endlich ein Helfer das genetische Material beibringt, beginnt Roux in einem heruntergekommenen Zirkus in der Schweiz sein Experiment. In den Leib einer Elefantenkuh wird eine entsprechend genmanipulierte Blastozyste eingeführt, mit dem Ziel einen rosa Elefanten zu erhalten. Tatsächlich nistet sich der Embryo in der Gebärmutter ein.

Zu einem späteren Zeitpunkt am Ufer der Limmat in Zürich: Schoch, ein Obdachloser, erwacht an einem Junitag 2016 in seiner Schlafhöhle aus dem Rausch und sieht etwas leuchten. Es ist ein kleines zartes rosa Wesen, das wie ein Spielzeugelefant aussieht. Es streckt ihm seinen Rüssel entgegen. Da er am Abend viel getrunken hat, glaubt er an eine Halluzination. Doch der Elefant ist Realität. Schoch nimmt das kleine Tierchen in die Höhle, füttert es mit Blättern und tränkt es. Doch das kleine Wesen wird krank. „Du stirbst mir nicht!“ murmelt er, „du stirbst mir nicht!“ Er packt es in eine alte Sporttasche und bringt es in die Tierarztpraxis von Valerie Sommer, einer Tierärztin, die sich um die Tiere der Obdachlosen kümmert.

Suter ist es mit dieser Geschichte um den rosa Elefanten Sabu ein Kunstmärchen gelungen. Über Kontinente hinweg kämpfen die Guten gegen die Bösen und es gibt sogar am Ende eine Liebe zwischen zwei Menschen, die eigentlich unmöglich schien.

Martin Suter
Elefant
Diogenes Verlag
ISBN 978-3-257-06970-9
352 Seiten
EUR 24,00

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