Renate Feyl, Die profanen Stunden des Glücks

Feyl

Sophie von La Roche, deren erster deutscher Frauenroman „Die Geschichte des Fräulein von Sternheim“ 1771 zur Leipziger Buchmesser erschien, wurde schlagartig berühmt. Ihre Jugendlieben Wieland und Herder bewunderten ihre feinsinnige Art des Schreibens, ebenso zollten ihr Goethe und Schiller großes Lob. Die Damen der Gesellschaft überhäuften sie mit Aufmerksamkeiten und sogar Katharina die Große abonnierte 500 Exemplare von Sophie von La Roches Zeitschrift Pomona. Sophie ist von ihrem Erfolg als Autorin selbst überrascht, denn Schreiben bedeutet für sie Vergnügen und Mitteilung ihrer moralischen Werte. Auf ein Gehalt kann sie verzichten, da sie die Ehefrau eines Mannes ist, der in der Regierung eine wichtige Position innehat. Die familiäre Situation ändert sich ganz plötzlich als ihr Mann in Ungnade fällt. Jetzt ist sie die finanzielle Versorgerin der Familie. In diesem Roman werden ausschließlich die Situationen des literarischen Schaffens von Sophie von La Roche geschildert. Sie ist die erste Frau die von ihrem Schreiben leben konnte. Die Großmutter von Bettina von Armin und Clemens von Brentano war für die damalige Zeit eine außergewöhnliche Frau. Auf der einen Seite vertrat sie entschieden die Werte ihrer Zeit. Es waren die Regeln des Anstandes und das korrekte Verhalten in allen Lebenslagen. Auf der anderen Seite war ihre Sichtweise für die damalige Welt revolutionär. Sie überschritt die aufgestellten Regeln und wurde trotz des Widerstandes ihres Mannes Geschäftsfrau. Der Roman ist in seinem Stil genau so klar, wie Sophies Charakter und gibt gleichzeitig Einblick in ein Stück deutscher Geschichte mit all den politischen Veränderungen und Unsicherheiten der damaligen Zeit.

Renate Feyl
Die profanen Stunden des Glücks
Diana Verlag
ISBN 978-3-453-35832-4
304 Seiten
8,99 EUR