Marita Spang, Blut und Seide

Spang

Simon von Montfort, ein Waisenknabe wächst in Jahr 1260 als Ziehsohn des Grafen Johann von Sponheim auf, sehr zum Missfallen von dessen jüngerem Bruder Heinrich, der um Johanns Gunst und Erbe fürchtet. Beide werden zu Rittern ausgebildet, doch auch das fördert nicht ihre Sympathie zueinander. Es bewirkt eher das Gegenteil, denn sie werden zu erbitterten Feinden. Die Situation eskaliert, als Simon sich in Heinrichs Verlobte Christina verliebt und sie auch seine Gefühle erwidert. Johann kann seinem Ziehsohn nicht helfen, da er die Verlobung seines Bruders selbst arrangiert hat. Das Schicksal wird Simon zu einem späteren Zeitpunkt noch mal eine Chance geben, um sein Glück zu kämpfen. Nämlich dann, als sich die Brüder Johann und Heinrich auf dem Schlachtfeld gegenüber stehen. Der Autorin ist es gelungen, kein idealisiertes Mittelalter zu zeigen, sondern sie lässt vor unseren inneren Augen ein opulentes Sittengemälde entstehen, das geprägt ist von Gewalt, Krieg und Intrigen. Das Fehdewesen und die regionalen Kleinkriege spielen ebenso eine Rolle, wie die Auseinandersetzungen zwischen den römisch-deutschen König Rudolf von Habsburg und dem böhmischen König Ottokar, die in blutigen Schlachten endeten. Die Leidtragenden waren die einfachen Menschen, die mit ihrem Leben und zahlreichen Entbehrungen bezahlten. Der Erzählstil der Autorin nimmt den Leser von Anfang an gefangen. Es ist eine gut durchdachte Geschichte, die spannend und realitätsbezogen ist und viel Spaß beim Lesen macht.

Marita Spang
Blut und Seide
Knaur Verlag
ISBN 978-3-426-51717-8
829 Seiten
EUR 9,99