Gloria Goldreich
Die Tochter des Malers

GoldreichIda, die geliebte und verwöhnte Tochter von Bella und Marc Chagall lebt mit ihren Eltern nach der Flucht aus Russland im Frankreich der Dreißiger Jahre. Ihr Leben ist geprägt von der Fürsorglichkeit ihrer Eltern. Sie wird zu Hause unterrichtet und sitzt ihrem Vater täglich mehrere Stunden Modell. „Meine Tochter Ida ist wie eine Sternschnuppe“ sagt Chagall über sie. Nachts jedoch plagen Ida Alpträume von ihrer Flucht aus Russland, außerdem fühlt sie sich von ihren Eltern eingeengt. Deshalb ist sie sehr froh, als sie in ein Ferienlager fahren darf. Hier begegnet sie ihrer großen Liebe Michael. Voller Vertrauen in die bedingungslose Zuneigung ihrer Eltern, erzählt Ida von dem jungen Mann und ihrer Liebe zu ihm. Als sie jedoch ungewollt schwanger wird, muss sie leider erfahren, wie begrenzt und autoritär die Liebe ihres Vaters ist. Obwohl sie das Kind nicht bekommen darf, wird sie zu einer Heirat mit Michael gezwungen und erfährt nun am eigenen Leib, wie hart die Realität sein kann. Auch die politische Situation wird in Frankreich durch den aufkommenden Nationalsozialismus in Deutschland immer schwieriger. Ida und Michael versuchen Bella und Marc Chagall zu einer Flucht zu bewegen, aber die haben in Frankreich eine neue Heimat gefunden und möchten gerne hier bleiben. Auch glauben sie fest daran, dass einem so berühmten Künstler wie Marc Chagall von Seiten der Nationalsozialisten nichts passieren kann. Auch jetzt lebt Ida nicht ihr eigenes Leben, sondern ordnet sich den Bedürfnissen ihrer Eltern unter. Das Band zwischen ihr und dem Vater scheint unzertrennlich.

In diesem Buch wird nicht nur die Lebensgeschichte von Ida erzählt, die sich doch noch aus dem Schatten des berühmten Vaters lösen konnte. Hier erfahren wir auch viel über die Persönlichkeiten, die in Marc Chagalls Leben eine Rolle spielten.

 

Gloria Goldreich
Die Tochter des Malers
Aufbau Verlag
ISBN 978-3-7466-3182-0
592 Seiten
EUR 12,99