Alastair Bonnett, Die seltsamsten Orte der Welt

Bonnett

Kuriose Orte gibt es überall auf der Welt. Der britische Geograf Alastair Bonnett hat sie in einem wunderbaren Buch gesammelt. In „Die seltsamsten Orte der Welt“ stellt er Plätze, Städte und Gebiete vor, die unseren Erwartungen und Erfahrungen an geografischen Orten widersprechen. Durch die Erfindung von Google Earth glaubt man, dass die Welt bis in den letzten Winkel erforscht und vermessen wurde. Dem ist jedoch nicht so. Es gibt Inseln und Orte, die auftauchen und wieder verschwinden oder auch solche, die auf Karten eingeschrieben sind, aber nie existiert haben. Die aserbaidschanische Geisterstadt Agdam wurde zum Beispiel einfach gesprengt und die geschlossene russische Stadt Selenogart dürfen Ortsfremde nur mit einer speziellen Genehmigung betreten. Dann gibt es auch noch Gebiete, die niemand haben möchte, wie etwa das ostafrikanische Bir Tawil, das sowohl von Ägypten, als auch vom Sudan verschmäht wird. Noch ein originelles Beispiel: zwei Nachbargemeinden, das holländische Baarle-Nassau und das belgische Baarle-Hertog, sind durch eine chaotische Grenzziehung getrennt worden oder vielmehr miteinander verbunden. Auf einem 160 Meter langen Straßenstück kann man schon einmal 5 nationale Grenzen überschreiten. Es ist möglich, dass die Grenze mitten durch ein Haus verläuft. Die Bewohner sehen das ganz pragmatisch: das Haus gehört zu dem Land, in dem sich die Haustür befindet.

Auf der Erde gibt es immer weniger Orte zu entdecken und manche erweisen sich dann auch noch als Fata Morgana. Aristoteles war der Meinung, der Ort müsse allen anderen Dingen vorgeordnet sein, denn er gebe der Welt Ordnung. Leider wird diese Meinung in unserer hypermobilen Welt nicht mehr geteilt. Dabei ist der Ort ein grundlegender Aspekt dessen, was es heißt Mensch zu sein. Die Sehnsucht nach unbekannten Orten wird nie aufhören zu existieren.

Alastair Bonnett
Die seltsamsten Orte der Welt
Beck Verlag
ISBN 978-3-406-67492-1
296 Seiten
EUR 19,95