Gil Ribeiro, Lost in Fuseta

Ribeiro

Lasst uns die Besten austauschen.“ Dies ist eine Aufforderung der europäischen Polizeibehörde Europol. Leander Lost, ein Kriminalkommissar aus Hamburg, folgt diesem Aufruf des Austauschprogrammes und landet für ein Jahr bei der Policia Judiciària in Fuseta an der Algarve. Schon nach kurzer Zeit sind die portugiesischen Kollegen über das Verhalten ihres deutschen Kollegen verwundert. Er irritiert durch seine Kleidung und sein Verhalten. Zwar spricht er nach kurzer Zeit fließend Portugiesisch, versteht aber die Witze der Kollegen nicht. Menschen starrt er seltsam an, um sie dann jedoch mit großer Höflichkeit zu begrüßen. Kommissar Lost leidet an dem Asperger-Syndrom. Das ist eine milde Variante des Autismus, das sich in den Bereichen der sozialen Interaktion, sowie der Kommunikation bemerkbar macht. Bei der schwierigen Suche nach dem Mörder eines Privatdetektives, der mit seinem Boot auf einer vorgelagerten Atlantikinsel gestrandet ist, stellt das portugiesische Ermittlerteam, die Sub-Inspektorin Graciana Rosado und ihr Kollegen Carlos Esteves fest, dass ihr deutscher Kollege trotz seines Handicaps ein großartiger Ermittler ist. Und Leander erfährt, was es bedeutet, Teil eines Teams zu sein. Auch die Liebe klopft bei ihm an, in Gestalt der hübschen und lebensklugen Schwester Gracianas. Dieses Buch macht von Anfang an gute Laune. Das Aufeinanderprallen zweier Kulturen wird originell und mit großer Sachkenntnis beschrieben. Witzige Dialoge und liebevolle Charakterisierungen zeichnen diesen Krimi aus.

Gil Ribeiro
Lost in Fuseta
Verlag Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 978-3-462-04887-2
400 Seiten
EUR 14,99

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